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Doreens schöner Traum!

Doreen wachte lächelnd auf. Im Bett war es warm, weich und kuschelig. Sie drehte sich noch einmal auf die andere Seite, während ihre Gedanken sich sortierten.

Sie hatte geträumt, es war ein schöner Traum, auch wenn er kurz war. Es hatte an der Wohnungstür geklingelt. Als Doreen die Tür öffnete, stand Laura, ihre Tochter, vor ihr. Sie strahlte, lachte und sagte: "Mama schau, ich bin allein die Treppe hoch gestiegen, ich kann wieder laufen, ohne Krücken und ich brauche keinen Rollstuhl mehr. Glücklich umarmte Laura ihre Mama und drückte sie fest an sich. Doreens Freude war grenzenlos, das hatte sie sich für ihre Tochter so sehr gewünscht.

Tränen liefen über Doreens Wangen, als ihre Seele begriff, das es nur ein Traum war, der ihr so real erschien.

Die Realität sah anders aus. Doreens Herz krampfte sich zusammen, wenn sie an ihre Tochter dachte. Das Geschehene verursachte ihr noch jetzt Atemnot und sie würde nie vergessen können, was passiert war.  

Vor 2 Jahren gab es eine Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, wegen einer belanglosen Sache. Die beiden hatten seit vielen Jahren eine schwierige Beziehung zueinander. Laura war voller Wut, Zorn und gab ihrer Mutter die Schuld für ihr eigenes Versagen und die Katastrophen die sie immer wieder verursacht hatte. Doreen hatte immer versucht ihrer Tochter zu helfen, aber sie kam nicht wirklich an Laura ran. Die verheimlichte ihr Alkoholproblem, verbarg den Tabletten Konsum und rauchte ständig. Doreen war immer wieder fassungslos, wenn sie in die Notaufnahme einer Klinik fahren musste, weil ihre Tochter eingeliefert worden war.

Sie wurde befragt nach dem Alkoholkonsum und ob ihre Tochter Drogen konsumieren würde. Doreen vermutete Beides, konnte das aber nicht sagen, weil sie Nachteile für ihre Tochter befürchtete. Auch hatte sie Angst, dass Laura, wenn sie wieder handlungsfähig war, es ihr nie verzeihen und als Verrat betrachten würde.  Laura war äußerst manipulativ und sie wusste genau, wie sie ihre Mutter behandeln musste, um zu bekommen, was sie wollte. Laura konnte nicht mit Geld umgehen, lebte ständig über ihre Verhältnisse und hatte Schulden. Das war für sie nicht weiter schlimm, denn sie wusste, wenn sie genug jammerte und sich als Opfer der Umstände darstellen würde, kämen schon einige Tausender rüber von Mama und Papa.

Es war eine Endlosschleife aus der Doreen nicht raus kam. Sie hatte nicht die Kraft sich in irgend einer Form durchzusetzen. Schuldgefühle trieben sie immer wieder dazu nachzugeben, obwohl es keinen konkreten Grund für Schuldgefühle gab.  Diese Schuldgefühle waren in ihrer eigenen Vergangenheit begründet und obwohl Doreen das wusste, half es ihr nicht aus diesem Konflikt rauszukommen. 

Vor zwei Jahren geschah dann die Katastrophe. Laura beging erneut einen Selbstmord Versuch. Sie fing wieder an zu trinken und nahm dann Tabletten. Da sie allein in ihrer Wohnung war, wurde sie erst nach ca. 12 Stunden von Doreen gefunden. Es war so furchtbar für sie zu sehen, wie ihre Tochter besinnungslos und verkrümmt auf dem Boden lag und nur noch wenig atmete. Der gerufene Notarzt kam schnell und Laura wurde ins nächste Krankenhaus gebracht. 

Doreen hatte im Laufe der Jahre gelernt mit solch furchtbaren Ereignissen umzugehen. Sie reagiert ruhig, konzentriert, schaltete das Gefühl aus und den Verstand ein um alles notwendige zu tun und zu veranlassen.

Wenn dann alles geregelt war, brach Doreen emotional zusammen. Dann kamen alle Gefühle auf einmal, Angst, Wut, Schmerz und Trauer. Doreen fühlte sich so hilflos, weinte und verkroch sich in ihr Bett.